Am 03. Juni 2026 öffnete die Haardter Kirche in Weidenau ihre Türen für ein Fest, das mehr war als ein jährliches Ritual. Der Bezirksvorstand der Siegerländer Frauenhilfe hatte zum Jahresfest eingeladen — und schon beim Betreten des Kirchraums lag ein besonderer Klang in der Luft: ein leises Murmeln, ein erwartungsvolles Aufatmen, ein Gefühl von Gemeinschaft, das sich wie ein warmer Faden durch den Nachmittag zog.

Das Jahresfest begann mit einem Gottesdienst, der das diesjährige Thema „Hoffnungsgeschichten“ in den Mittelpunkt stellte. Superintendentin Kerstin Grünert und Pfarrerin Susana Riedel-Albrecht führten durch eine Liturgie, die nicht nur Worte, sondern auch Wege eröffnete: Wege in ein verändertes Leben, Wege, die Frauenhilfe seit Jahrzehnten begleitet.
Besonders eindrücklich war der Moment, in dem die Superintendentin hervorhob, was moderne Frauenhilfe heute bedeutet. Sie sprach von Projekten, die weit über die klassischen Besuchsdienste hinausreichen — darunter TAMAR, ein Programm für Frauen in der Prostitution, die den Mut fassen, auszusteigen. Ein stiller Moment ging durch die Kirche, als klar wurde, wie viel Hoffnung in solchen Initiativen steckt.

Wie es Tradition ist, wurden im Rahmen des Jahresfestes Frauen verabschiedet und entpflichtet, die ihr Amt niederlegten — und andere feierlich in ihren Dienst eingeführt. Es war ein Wechselspiel aus Dankbarkeit und Aufbruch, aus Rückblick und Zukunft. Jede dieser kleinen Zeremonien erzählte ihre eigene Hoffnungsgeschichte.
Musikalisch trug Kantor Peter Scholl den Gottesdienst mit, dessen Orgelspiel die Worte umhüllte wie ein weiterer liturgischer Raum. Mal kraftvoll, mal zart, immer getragen von einer tiefen Verbundenheit mit der Gemeinde.
Am Vormittag hatten einige Frauen den Gemeinderaum vorbereitet. Nach dem Gottesdienst strömten die Besucherinnen in den Gemeinderaum. Es wurde bei Kaffee und Kuchen gelacht, erzählt, nachgefragt, erinnert. Die Tische waren nicht nur gedeckt, sie waren ein Symbol: dafür, dass Gemeinschaft nicht nur im Gottesdienst entsteht, sondern im Teilen, im Zuhören, im einfachen Miteinander.
Das Jahresfest 2026 war ein Tag, der zeigte, wie lebendig die Frauenhilfe im Siegerland ist. Ein Tag, an dem Geschichten von Hoffnung nicht nur erzählt, sondern gelebt wurden.
In der Haardter Kirche, zwischen Orgelklang und Kaffeetassen, wurde spürbar: Hoffnung wächst dort, wo Menschen einander Raum geben — und genau das tut die Frauenhilfe seit Generationen.
