Tamar ist Goldwert – Engagement für eine unverzichtbare Beratungsstelle

„Tamar ist Goldwert“ – Engagement für eine unverzichtbare Beratungsstelle

Unter dem Motto „Tamar muss bleiben!“ versammelten sich am 4. Februar 2026 zahlreiche Menschen in der Siegerlandhalle, um ein deutliches Zeichen für die Fortführung der Fachberatungsstelle TAMAR zu setzen. Anlass des Treffens war die Entscheidung des Kreistags im Dezember 2025, die finanzielle Unterstützung für Tamar nicht weiterzuführen – ein Beschluss, der im gesamten Kreisgebiet für Unverständnis und Besorgnis sorgte. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Siegener Frauenring, der damit eine breite öffentliche Diskussion anstoßen wollte.

Im Mittelpunkt des Nachmittags standen Frau Johanna Schmidt und Frau Natascha Hermann, beide tätig bei TAMAR der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen. Mit großer Klarheit und zugleich spürbarer Empathie führten sie das Publikum durch ihre tägliche Arbeit. Seit dem 1. Oktober 2014 ist Tamar in Südwestfalen aktiv und begleitet Prostituierte in einer Lebenssituation, die oft von Unsicherheit, Ausbeutung und fehlenden Perspektiven geprägt ist. Die beiden Mitarbeiterinnen machten deutlich, wie komplex die Herausforderungen sind, denen Frauen in der Prostitution begegnen – und wie wichtig eine niedrigschwellige, vertrauensvolle Beratung ist.

Besonders eindrücklich war der Hinweis, dass das Team von Tamar mehrsprachig arbeitet, da die Mehrheit der Frauen aus verschiedenen EU-Ländern stammt. Aktuell möchten 35 Frauen aus der Prostitution aussteigen – ein Schritt, der ohne professionelle Begleitung kaum zu bewältigen wäre. Tamar bietet dafür nicht nur Beratung, sondern auch Stabilisierung, Orientierung und langfristige Unterstützung.

Das Publikum in der Siegerlandhalle war vielschichtig und engagiert: Vertreterinnen des Siegener FrauenForums, des Gesundheitsamts, des Frauenrings sowie Mitglieder verschiedener kommunaler Parteien nahmen teil. Die Wortmeldungen aus dem Saal unterstrichen die breite gesellschaftliche Bedeutung der Arbeit von Tamar. Eine Mitarbeiterin des Gesundheitsamts brachte es auf den Punkt: „Tamar war und ist gewinnbringend.“ Und Susanne Otto ergänzte: „Tamar ist Gold wert.“ Diese Stimmen spiegelten die Stimmung des Nachmittags wider – eine Mischung aus Sorge, Solidarität und Entschlossenheit.

Inzwischen hat sich ein Arbeitskreis gebildet, der sich intensiv mit der Wiederaufnahme des Themas im Kreistag befasst. Da eine erneute Befassung frühestens im September 2026 möglich ist, soll die Zeit genutzt werden, um politische Gespräche zu führen, Fakten aufzubereiten und die Bedeutung der Beratungsstelle weiterhin sichtbar zu machen.

Der Nachmittag in der Siegerlandhalle zeigte eindrucksvoll, wie viele Menschen hinter Tamar stehen – und wie groß der Wunsch ist, diese unverzichtbare Arbeit auch in Zukunft zu sichern.

Und auch Sie können TAMAR unterstützen: Unterschreiben Sie bitte hier die Petition: Schutz für Frauen in der Prostitution gewährleisten – Finanzierung der Beratungsstelle TAMAR sichern – Online-Petition (Bis Ende Februar 2026)